Die Geschichte Istriens

Geschichte
'Motovun is a small village in central Istria (Istra), Croatia. City containing elements of Romanesque, Gothic and Renaissance styles.' - Istria
'Motovun is a small village in central Istria (Istra), Croatia. City containing elements of Romanesque, Gothic and Renaissance styles.' OPIS Zagreb / Shutterstock

Istrien kann als eines der am frühsten besiedelten Gebiete Kroatiens auf eine lange und ungemein reichhaltige Geschichte zurückblicken. Dank seiner fruchtbaren Böden, seiner buchtenreichen Küstenlinie mit geschützten Häfen und des reichhaltigen Vorkommens von für das Baugewerbe eingesetzten Natursteinen, gilt Istrien seit prähistorischen Zeiten bis zum heutigen Tag als eines der begehrtesten Siedlungsgebiete.

Es gibt in Istrien zahlreiche archäologische Fundstätten, die auf sehr frühe menschliche Besiedlung hindeuten. Einige dieser Funde lassen sich auf die frühe Steinzeit datieren und sollen bis zu 2 Millionen Jahre alt sein. Allerdings bieten die größten und am besten ausgewerteten Orte archäologischen Fundstellen nahe Pula und der Romualdhöhle bei Rovinj viele verschiedene Beweise, dass die prähistorischen Jäger diese Gegend zwischen 10000 und 40000 vor Chr. bewohnt haben.

Man nimmt an, dass Istrien seinen Namen dem alten Volsstamm der Histri verdankt, welche diese Gegend ab dem 2ten Jahrtausend vor Chr. besiedelten. Sie lebten in eines Stammesgesellschaft, verteilt auf viele kleine Siedlungen und waren Jäger, Bauern und Händler; vor allem aber waren sie notorische Piraten. Man kann noch heute hunderte ihrer gut erhaltenen befestigten Hügelanlagen an der gesamten istrischen Küste besichtigen.

Nach hunderten Jahren kriegerischer Auseinandersetzungen eroberten römische Truppen schließlich im 2ten Jahrhundert Istrien. Während ihrer 5 Jahrunderte währenden Herrschaften sorgten sie für die erste Urbanisierung Istriens. Es entstanden die ersten Städte, wobei Pula an erster Stelle zu nennen ist. Die Römer nutzten die hochwertigen istrischen Marmor- Kalkstein- und Granisteine zum Häuserbau und um ein Straßennetzt zwischen den neuen Städten und Siedlungen zu errichten.

Während des Mittelalters wechselten die Herrscher ab, mal regierte Byzanz, mal Venedig. Im 7ten Jahrhundert wanderten die ersten kroatischen Stämme ein. Man findet noch heute viele Monumente, Basiliken und Kirchen, verstreut über die ganze Halbinsel, die aus dieser Zeit stammen.

Nach vielen Jahrhunderten unter venezianischer Herrschaft übernahm Ende des 18ten Jahrhunderts Napoleon die Führung, doch bereits nach wenigen Jahren wurde Istrien Teil des österreichischen Habsburger-Reiches.

Während des 19ten Jahrhunderts herrscht in Istrien ständiger politischer und kultureller Aufruhr. Die ansässigen Kroaten kämpften für nationale und politische Gleichstellung von Kroaten, Slowenen und Italienern, die auf der Halbinsel lebten. Die Kroaten scharten sich um Bishof Juraj Dobrila und kämpften darum, ihre Sprache, Kultur und ihre Traditionen behalten zu dürfen.

Während der ersten Hälfte des 20ten Jahrhunderts stand Istrien die meiste Zeit unter italienischer Herrschaft und litt unter der intensiven Italienisierung aller Lebensbereiche, der auferzwungenen italienischen Sprache und der Verfolgung kroatischer Patrioten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Istrien Gegenstand vieler internationaler Diskussionen und wurde zwischen dem neu entstandenen Jugoslawien und den britisch-amerikanischen Mächten aufgeteilt. 1954 wurde der gesamte Istrische Bereich zum ersten Mal mit dem Kroatischen Staatsgebiet vereint. Nach dem Zerfall Jugoslawiens und der kroatischen Unabhängigkeitserklärung von 1991 wurde Istrien ein Teil von Kroatien und teilt bis heute das kroatische Schicksal.